Forschung / Themen / Projekte
Research / Subjects / Projects

 
 

Bei den meisten der im Folgenden aufgeführten Projekte handelt es sich um wissenschafltiche Forschung im engeren Sinn. Einige Projekte schließen jedoch auch kulturelle Aktivitäten wie Ausstellungen, öffentliche Vorträge und Diskussionen sowie Kooperationen verschiedener Art mit ein.

Einige der Forschungsprojekte finden sich auch im "Forschungsbericht online" der Universität Kassel (Suche nach: "Schwietring").

 

Most of the following projects are concerned with scientific research in the strict sense. Nevertheless, some of the projects also include other cultural activities like exhibitions, public talks and discussions as well as manifold ways of cooperation.

Some of the research projects mentioned here can also be found in the "Forschungsbericht online" (online research report) of Kassel University (search for: "Schwietring").

 

 

 

Menschen und ihre Sachen.
Zur Soziologie der gemachten Welt zwischen Sachkultur, Sachlichkeit, Verdinglichung und Technikphilosophie

Soziologie versteht sich als je nach Perspektive als Wissenschaft vom sozialen Handeln, von den sozialen Beziehungen, den sozialen Strukturen oder Systemen einer Gesellschaft. Im Leben der Menschen, besonders in den industrialisierten und technisierten Gesellschaften, bezieht sich ein immer größer werdender Teil des menschlichen Handelns und Interagierens jedoch nicht auf andere Menschen, sondern auf Objekte. Menschen leben in einer gemachten, sachlichen Welt, und ein erheblicher Teil der symbolischen Ordnung der sozialen Wirklichkeit rührt aus der Dinghaftigkeit der sozialen Wirklichkeit her. Ausgehend von der philosophischen Anthropologie sowie von soziologischen Theorien der Verdinglichung von Sozialbeziehungen und den Einsichten der Technikphilosophie und Techniksoziologie arbeite ich an einer "Soziologie der Dinge". > mehr...

 

Kontinuität und Geschichtlichkeit.
Über die Voraussetzungen und Grenzen von Geschichte

Was ist Geschichte? Und wie ist eine Erkenntnis von Geschichte möglich? In welchem Verhältnis stehen Geschichte als vergangene Zeit und Geschichtlichkeit als Seinsweise unserer jeweiligen Gegenwart zueinander? Im Rahmen dieser grundsätzlichen Fragen untersucht die Studie einerseits die Kategorien „Kontinuität“ und „Geschichtlichkeit“ als Voraussetzungen und Grenzen von Geschichte und stellt andererseits Geschichte und Geschichtlichkeit einander gegenüber. Hierfür werden alle drei Kategorien (Geschichte, Geschichtlichkeit und Kontinuität) sowohl historisch als auch systematisch untersucht und aufeinander bezogen. Als Ergebnis wird insbesondere das Problem der "Geschichtlichkeit" soziale rund kultureller Phänomene in Abgrenung zu ihrer "Geschichte" gestellt und ein entsprechendes als Paradigma sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung und insbesondere der Historischen Soziologie entworfen. > mehr...

 

Geschichtlichkeit und Historische Soziologie

Als ein Ergebnis meiner Doktorarbeit habe ich ein Programm einer historischen Kulturwissenschaft entworfen, das nicht der Untersuchung von Geschichte, sondern vom Begriff der Geschichtlichkeit ausgeht. Anknüpfend daran möchte ich den Begriff der "Geschicht-lichkeit" weiterentwickeln und präzisieren. Einerseits geschieht dies durch eine fortlaufende Beschäftigung mit anderen verfügbaren Konzeptionen dieses Begriffs, andererseits aber durch exemplari-sche historische Studien, welche die Differenz von Geschichte und Geschichtlichkeit hervortreten lassen. In diesen Kontext gehört eine ganze Reihe meiner Projekte. > mehr...

 

Vergessen und Mißverstehen

‚Kultur' wird gemeinhin als Problem der Sinnhaftigkeit, des Verstehens oder der Überlieferung und geschichtlichen Genese diskutiert. Mißverstehen erscheint demgegenüber als Defizit oder Mißlingen. Doch möglicherweise stellt das Primat des Verstehens eine Einschränkung des Kulturbegriffs dar, die ein Verständnis unterschied-licher Phänomene eher behindert. Wiederum anhand historischer Beispiele möchte ich dem Problem des Mißverstehens als kultureller Form und Leistung nachgehen. Dieses Forschungsthema befindet sich allerdings noch im Stadium der Materialsammlung. > mehr...

 

Sichtbarkeit

Sichtbarkeit (Visualität) ist zu unterscheiden von Bildlichkeit. Sicht-barkeit ist ein Merkmal natürlicher, technischer, kultureller und so-zialer Wirklichkeit schlechthin (jeder Gegenstand, jede Person, auch jede schriftliche Quelle ist sichtbar, und diese Sichtbarkeit transportiert eine Bedeutung, die von den weiteren, beispielsweise technischen, symbolischen, auf Konvention oder Verweis beruhenden Bedeutungsebenen zu unterscheiden, wenn auch nicht zu trennen ist). Die Kunst- und Medienwissenschaft hat in ihrer Methodenreflexion die Hierarchisierung von Bildern (etwa zwischen Kunstgeschichte und Werbegrafik) abgebaut und sich auf vielen Wegen zu einer Bildwissenschaft entwickelt. Hieran knüpfe ich an, möchte aber zugleich den Ansatz noch ausweiten, indem ich generell die Sichtbarkeit der Welt neben ihre hermeneutische Lesbarkeit stelle. > mehr...

 

„Schlechtes Wetter“. Zum Verhältnis von Klima und Kultur

Als Nebenertrag einer früheren Beschäftigung mit klimatheoretischen Argumentationen bei verschiedenen kulturtheoretischen Autoren der Frühen Neuzeit (Montesquieu, Giambattista Vico u. a.), die im Rahmen einer Ideengeschichte der Vorstellungen von „Geschichte“ und „Geschichtlichkeit“ standen (vgl. dazu meine Dissertation „Kontinuität und Geschichtlichkeit“, Kassel 2003), ist die Idee einer kulturgeschichtlichen Ausstellung zur Rolle des Wetters in der symbolischen wie materiellen Lebenspraxis, aber auch in der regionalen kulturellen Identität entstanden. In Kooperation mit dem Leiter des Volkskunde Museums Hesterberg (Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf) in Schleswig sind aus dieser Idee Planungen für eine kulturgeschichtliche Ausstellung im Jahr 2007 hervorgegangen. Neben der konzeptionellen Kooperation ergeben sich aus den Überlegungen auch Ansätze für theoretisch orientierte Arbeiten zum einen zur Geschichte der Klimatheorie als einer Vorläuferin und Entwicklungsstufe kulturtheoretischen Denkens in der Frühen Neuzeit und zum anderen zur Notwendigkeit einer systematischen Berücksichtigung der Auswirkungen klimatischer Veränderungen in aktuellen gesellschaftstheoretischen Konzeptionen. In der Frühen Neuzeit spielte die Klimatheorie eine Rolle als Kausalfaktor für die Erklärung kultureller Unterschiede, deren systematische Erörterung eine wichtige Rolle für die Entstehung eines Kulturbegriffs insgesamt spielte. Klima wurde dabei als zeitlos gültiger Faktor gedacht. Heute hat Klima selbst eine Geschichte, und es ist ein Beispiel dafür, wie ‚natürliche’ Faktoren in die Gesellschafts- und Kulturtheorie zu integrieren sind. Geplant ist eine Vorlesungsreihe oder Tagung zum diesem Thema. > mehr...

 

Künstliches Leben

Seit längerer Zeit sammle ich Material zu einem breiten Themen-komplex, den ich unter dem Etikett "künstliches Leben" zusam-mengefaßt habe. Es geht einerseits um wissenschafts- und technik-soziologische Beobachtungen. Andererseits um eine kultur- und ideengeschichtliche Untersuchung der ‚Phantasmen' menschlicher Selbstschöpfung, in denen sich (vielleicht vergleichbar den politi-schen Utopien) Selbstdeutungen menschlichen Lebens ausdrücken. > mehr...

 

Leitwissenschaften

Das wissenschaftliche Denken ist jeweils von Leitwissenschaften geprägt. Diese Leitwissenschaften liefern allgemeine Denkmodelle und Metaphern, die nicht nur die anderen Wissenschaften auf ihre Gegenstände übertragen, sondern die auch in die Alltagssprache eingehen und auf breiter Ebene in den verschiedensten Feldern verwendet werden. In historischer Abfolge wären das etwa: Familie (als Modell für Gesellschaft); Mechanik (als Modell für Gesellschaft, Körperfunktionen, Politik, Wirtschaft); Organismus bzw. Biologie und Evolutionstheorie (als Modell für Gesellschaft, Kultur usw.); Chemie; Elektrik; Kybernetik; Informationstechnik; neuerdings Ge-netik, genetischer Code, Genforschung usw. Mein Interesse ist an diesem Thema ist kein rein wissenschaftsge-schichtliches, sondern am konkreten historischen Material geht es mir um systematische Fragen nach den Erkenntnisvoraussetzungen von Wissenschaft. > mehr...

 

Geht es auch ohne? Zum Kulturbegriff in der Rational Choice- und der Systemtheorie

Seit den achtziger Jahren und besonders intensiv seit den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wird eine intensive Debatte um den Kulturbegriff als Grundlage der Kulturwissenschaften und ihrer disziplinübergreifenden Kooperation und Integration geführt. Doch gerade in der Soziologie, die Vorreiterin in dieser Diskussion war und auf deren "Klassiker" sich die in allen Disziplinen geführte Diskussion zu einem erheblichen Teil stützt, gibt es einflussreiche neuere Ansätze, die ohne den Begriff der Kultur auskommen - oder ihm zumindest keinen zentralen Stellenwert in ihrer Theoriesystematik zuweisen. Dies sind einerseits die Rational-Choice Theorie, wie sie Hartmut Esser vertritt (neuerdings firmierend unter der Bezeichnung "Theorie soziologischer Erklärungen"), und andererseits die Theorie autopoietischer Systeme, wie sie Niklas Luhmann entwickelt hat. Das Projekt untersucht, inwieweit es tatsächlich möglich ist, einen soziologischen Theorierahmen unter Verzicht auf den Kulturbegriff zu entwerfen. > mehr...

 

Krisenwissenschaft: Zur Entstehungs- und frühen Wirkungsgeschichte der Soziologie in Rußland und Deutschland

Vergleichende Untersuchung und Editionsprojekt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Leonid Jonin (Moskau), Prof. Dr. Johannes Weiß, PD Dr. Vera Sparschuh und Dr. Alla Tschernych (Moskau). (1998-2002)

Aus einer - schon seit vielen Jahren existierenden, im Rahmen des Projekts aber wesentlich zu vertiefenden - Zusammenarbeit zwischen russischen und deutschen Soziologinnen und Soziologen soll als sichtbares und hoffentlich fortwirkendes Resultat eine wohldurchdachte und eingehend kommentierte Zusammenstellung von Analysen russischer und deutscher Autoren aus jenem Zeitraum hervorgehen. Die Auswahl, Zusammenstellung und begleitende Kommentierung der Texte bedarf gründlicher, den Stand der Forschung aufnehmender, auswertender und in einigen Punkten auch vorantreibender Untersuchungen und Erörterungen. Nur so ist sicherzustellen, daß sich eine Textsammlung ergibt die (a) einen hinreichend umfassenden und differenzierten Einblick in die Modernisierungsprobleme und Modernisierungskonflikte in beiden Gesellschaften ermöglicht, (b) die dafür am besten geeigneten Analysen sowohl von zu Recht als klassisch geltenden als auch von zu Unrecht vergessenen Autoren enthält, (c) die Vielgestaltigkeit der Problemlagen wie die Vielfalt der theoretischen Zugänge hervortreten läßt, (d) die intergesellschaftlichen und intersoziologischen Wahrnehmungs- und Wirkungsbeziehungen (zwischen Rußland und Deutschland) angemessen dokumentiert. > mehr...